Wer als Tourist in den arktischen Regionen unterwegs ist, möchte entweder sich oder den Lieben zuhause ein möglichst originales (und originelles) Souvenir mitbringen. Doch neben den rechtlichen Überlegungen, ob man das aus Tierprodukten hergestellte Mitbringsel überhaupt einführen darf, spielt auch der Ursprung des Produktes eine wichtige Rolle. Also, ist das Tier legal oder illegal gejagt und erlegt worden. Die AECO, der Verband der arktischen Expeditionsfahrtengesellschaften, hat nun einen wichtigen Schritt unternommen und die Reise- und Tourismuserklärung gegen illegalen Wildtierhandel unterzeichnet.

Eisbären sind das Sinnbild der Arktis. Doch in Kanada und Grönland wird das Tier unter Auflagen immer noch gejagt, oft illegal. Damit die Produkte nicht von ahnungslosen Touristen einfach gekauft werden können, hat die AECO jetzt eine internationale und verbindliche Erklärung unterschrieben. Bild: Michael Wenger
Eisbären sind das Sinnbild der Arktis. Doch in Kanada und Grönland wird das Tier unter Auflagen immer noch gejagt, oft illegal. Damit die Produkte nicht von ahnungslosen Touristen einfach gekauft werden können, hat die AECO jetzt eine internationale und verbindliche Erklärung unterschrieben. Bild: Michael Wenger

Die AECO ist ein Verband, der verantwortungsbewussten Expeditionsfahrtentourismus in der Arktis durchführt. Anfang Dezember hat nun der Verband die Buenos Aires Erklärung unterschrieben, die festlegt, dass die Unterzeichnenden nicht wissentlich den Transport oder den Verkauf von illegal erworbenen Wildtierprodukten erleichtern oder durchführen dürfen. Gemäss der Geschäftsführerin der AECO, Frigg Jørgensen, war die Unterschrift unter die Erklärung der logische Schritt für die AECO. „Unsere Mitglieder unterstehen einem strikten Nicht-Stören-Prinzip, wenn es um die Tierwelt geht und die AECO Mitglieder unterstützen aktiv Wildtierschutz durch Bildung, Sichtungsprogramme und Beteiligung bei Forschungs- und Naturschutzgesellschaften. Mit der Unterzeichnung dieser Erklärung bekräftigen wir unser Engagement, bei allen Aspekten der Operationen die grösstmögliche Berücksichtigung der natürlichen Umwelt zu zeigen“, sagt Jørgensen weiter.

Häufig werden Touristen in den abgelegenen Gebieten und Ortschaften Trophäen zum Kauf angeboten. Doch nicht selten ist zum einen die Einfuhr in die entsprechenden Heimatländer verboten; zum anderen wurden die Tiere illegal geschossen aus Mangel an anderen Einnahmequellen der lokalen Bevölkerung. Bild: Michael Wenger
Häufig werden Touristen in den abgelegenen Gebieten und Ortschaften Trophäen zum Kauf angeboten. Doch nicht selten ist zum einen die Einfuhr in die entsprechenden Heimatländer verboten; zum anderen wurden die Tiere illegal geschossen aus Mangel an anderen Einnahmequellen der lokalen Bevölkerung. Bild: Michael Wenger

Die Erklärung über den illegalen Handel mit wild lebenden Tieren bezieht sich auf Wildtierprodukte, bei denen der Handel mit diesen Produkten dem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) widerspricht und als solches nach internationalem Recht illegal ist. AECO hat sich zu einer Null-Toleranz-Politik in Bezug auf den illegalen Handel mit Wildtierprodukten verpflichtet und fordert die Besucher der Arktis dazu auf, die lokalen Gemeinschaften beim Kauf legaler und nachhaltiger Produkte zu unterstützen. „Seit Jahrtausenden haben die Menschen in der Arktis Tiere und Pflanzen geerntet, um Nahrungsmittel, Kleidung und handwerkliche Waren herzustellen. Dazu gehören Pelzprodukte, geschnitzte Knochen und Stosszähne sowie lokale Lebensmittel wie Fleisch und Fisch. Der Erwerb von lokal hergestellten Produkten generiert Einkommen für die Gemeinschaft und kann zur Aufrechterhaltung der lokalen Handwerkstraditionen beitragen. Wenn Sie tierische oder pflanzliche Produkte kaufen, müssen Sie sicherstellen, dass sie legal geerntet und produziert wurden. In manchen Fällen benötigen Sie auch eine Genehmigung, um das Produkt zu exportieren “, sagt Jørgensen. AECO hat zusätzliche Richtlinien zum Schutz der arktischen Natur. Gäste, die mit AECO-Mitarbeitern reisen, dürfen keine Steine, Knochen, Geweih, Treibholz, Blumen, Pflanzen und andere Gegenstände aus der Natur sammeln. Es wird jedoch empfohlen, lokale Souvenirs und Produkte zu erwerben.

Neben Produkten aus Knochen und Zähnen sind vor allem auch Pelze ein grosses Fragezeichen. Gerade Polarfüchse, die aufgrund ihres wärmenden Fells schon seit Jahrhunderten zu den beliebtesten arktischen Handelsgütern zählen, werden auch heute noch immer wieder angeboten. Bild: Michael Wenger
Neben Produkten aus Knochen und Zähnen sind vor allem auch Pelze ein grosses Fragezeichen. Gerade Polarfüchse, die aufgrund ihres wärmenden Fells schon seit Jahrhunderten zu den beliebtesten arktischen Handelsgütern zählen, werden auch heute noch immer wieder angeboten. Bild: Michael Wenger

Quelle: Edda Falk, AECO