Die britische Antarktisstation Rothera ist die grösste der britischen Stationen und liegt auf der Adelaide-Insel am südlichen Ende der antarktischen Halbinsel. In Anbetracht der verstärkten Interessen an der Antarktis und dem Bau des neuen Flaggschiffes der British Antarctic Survey, der RSS Sir David Attenborough wurde beschlossen, auch die Hauptstation auszubauen. Vor allem der Anlegeplatz sollte für das im Bau befindliche Schiff gross genug sein. Nun ist ein Frachter mit über 4‘500 Tonnen Material für die erste Phase an der Station angekommen.

Die britische Station Rothera ist seit 1975 in Betrieb und beherbergt im Sommer rund 100 Leute, im Winter 22. Die Station soll in den nächsten Jahren schrittweise modernisiert werden, um für das verstärkte Interesse an der Antarktis bereit zu sein. Bild: BAS
Die britische Station Rothera ist seit 1975 in Betrieb und beherbergt im Sommer rund 100 Leute, im Winter 22. Die Station soll in den nächsten Jahren schrittweise modernisiert werden, um für das verstärkte Interesse an der Antarktis bereit zu sein. Bild: BAS

Die Ankunft des Frachters DS Wisconsin und der Eskorte RSS Ernest Shackleton wurde vom Stationspersonal frenetisch gefeiert. Das Schiff mit seinen 83 Containern, die insgesamt rund 4‘500 Tonnen Material beinhalten, hatte Ende November Grossbritannien verlassen. Die letzte Etappe zur Station musste das Schiff von der RSS Ernest Shackleton eskortiert werden, da dichtes Packeis zwischen ihr und der Station lag. Gleich nach der Ankunft wurde mit dem Entladen der Container begonnen, war aufgrund der Menge rund zwei Wochen in Anspruch nehmen dürfte. Die Ankunft des Materials ist der erste Schritt zur Modernisierung der britischen Infrastruktur in der Antarktis. Als erstes ist geplant, den alten Anlegeplatz bei Rothera abzubauen und durch einen grösseren und moderneren zu ersetzen. Dieser soll gross genug sein, um das neue britische Forschung- und Polarflaggschiff, die RSS Sir David Attenborough aufnehmen zu können. Der Programmleiter der British Antarctic Survey, David Seaton, erklärt dazu: „Die Ankunft der Wisconsin hier bei Rothera ist sehr willkommen. Wir alle sind schon sehr aufgeregt, mit den Arbeiten für den neuen Anlegeplatz beginnen zu können. Das ist ein wichtiger Schritt zur Modernisierung unserer Infrastruktur, damit Grossbritannien auch weiterhin ganz vorne bei der Polarforschung mit dabei ist.“

Um sicher durch das Meereis nahe der Station zu gelangen, geleitete die RSS Ernest Shackleton den Frachter (vorne) und bahnte einen Weg durch das einjährige Meereis. Bild: A. Cziferszky@BAS
Um sicher durch das Meereis nahe der Station zu gelangen, geleitete die RSS Ernest Shackleton den Frachter (vorne) und bahnte einen Weg durch das einjährige Meereis. Bild: A. Cziferszky@BAS

Die Projektleiterin der mit den Bauarbeiten beauftragten Firma, Martha McGowan, fügte an: „Es war schon eine gigantische logistische Aufgabe, jedes einzelne benötigte Teil für den Bau des Anlegeplatzes in der eisigen Welt der Antarktis auf ein einzelnes Schiff zu packen. Knapp einen Monat und 11‘000 Kilometer später ist es toll zu sehen, dass sich die harte Arbeit ausbezahlt hat.“ Zusätzliche 50 Arbeiter sind dieses Jahr in der Station untergebracht, um die erste Phase der Anlegeplatzarbeiten auszuführen. Diese beinhalten den Abbau des alten Anlegeplatzes und den Aufbau der hinteren Bereiche des neuen Kais. Das Projekt soll im April 2020 beendet sein.

Der Anlegeplatz der Station Rothera ist mittlerweile in die Jahre gekommen und muss für das neue Forschungsschiff der BAS vergrössert werden. Bild: New Civil Engineer
Der Anlegeplatz der Station Rothera ist mittlerweile in die Jahre gekommen und muss für das neue Forschungsschiff der BAS vergrössert werden. Bild: New Civil Engineer

Quelle: British Antarctic Survey