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Das antarktische Meereis hat ein neues Minimum erreicht. Die jüngsten Satellitendaten zeigen eine Ausdehnung von 2,15 Millionen km2 um die Antarktis herum. Das diesjährige Meereis Minimum unterbot beinahe die bisherige Rekordmarke von 2,07 Millionen km², die im März letzten Jahres gemessen wurde, als die Ausdehnung 27% unter dem Jahresdurchschnitt seit 1979 lag.

In diesem Jahr hat die antarktische Meereisbedeckung fast den im vergangenen Jahr aufgestellten Minimum Rekord in den Schatten gestellt. Satellitendaten zeigen eine Ausdehnung von 2,15 Millionen km2 (Foto: Katja Riedel)
In diesem Jahr hat die antarktische Meereisbedeckung fast den im vergangenen Jahr aufgestellten Minimum Rekord in den Schatten gestellt. Satellitendaten zeigen eine Ausdehnung von 2,15 Millionen km2 (Foto: Katja Riedel)

Antarktisches Meereis bildet sich jedes Jahr, wenn der Ozean um die Antarktis herum gefriert. Im Sommer taut es auf, bis ein Minimum erreicht wird. Dr. Rob Massom von der Australian Antarctic Division und dem Antarctic Climate and Ecosystem CRC sagte, dass das antarktische Meereis in diesem Jahr am 18. Februar 2018 seine geringste Ausdehnung erreichte. «Seit seinem Tiefpunkt hat das Meereis in der Antarktis mit der herbstlichen Neuformung und Expansion begonnen», sagte Dr. Massom. «Die Eisbedeckung spielt eine entscheidende Rolle sowohl im globalen Klimasystem als auch als wichtiger Lebensraum für eine Vielzah von Lebewesen, von Mikroorganismen bis hin zu den Walen.» Die Meereisbedingungen haben auch große Auswirkungen auf die Schifffahrt und die logistischen Operationen im Südpolarmeer.

Rinnen mit einer Größe von einem bis zehn Kilometern bilden sich im Eis. Sie stellen ein wesentliches Strukturelement des Meereises dar. Obgleich sie im Allgemeinen nur wenige Prozent der mit Meereis bedeckten Fläche ausmachen, sind sie innerhalb des winterlichen Packeises von Bedeutung für viele physikalische und biologische Prozesse. (Foto: Wendy Pyper)
Rinnen mit einer Größe von einem bis zehn Kilometern bilden sich im Eis. Sie stellen ein wesentliches Strukturelement des Meereises dar. Obgleich sie im Allgemeinen nur wenige Prozent der mit Meereis bedeckten Fläche ausmachen, sind sie innerhalb des winterlichen Packeises von Bedeutung für viele physikalische und biologische Prozesse. (Foto: Wendy Pyper)

Dr. Phil Reid, Antarktis Wissenschaftler am Bureau of Meteorology, sagte, dass Wissenschaftler auf der ganzen Welt seit den 1970er Jahren die Entwicklung des antarktischen Meereises täglich mit Hilfe von Satellitenbeobachtungen verfolgen. Das Bild, das sie sehen variiert dabei stark. «Seit August 2016 ist die Meereisausdehnung deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt geblieben», sagte Dr. Reid. «Im Jahr 2017 war die maximale Meereisausdehnung im Winter die zweitniedrigste mit 18,05 Millionen km2, unmittelbar nach den Rekordausdehnungen der Jahre 2012, 2013 und 2014.»

Die Ausdehnung des antarktischen Meereises. Das langjährige Mittel ist in grau dargestellt, die Ausdehnung 2018 in blau, zum Vergleich mit der Ausdehnung im vergangenen Jahr in grün. (Quelle: Nationales Datenzentrum für Schnee und Eis)
Die Ausdehnung des antarktischen Meereises. Das langjährige Mittel ist in grau dargestellt, die Ausdehnung 2018 in blau, zum Vergleich mit der Ausdehnung im vergangenen Jahr in grün. (Quelle: Nationales Datenzentrum für Schnee und Eis)

«Diese Schwankungen sind eine signifikante Abweichung von einem allgemeinen Trend und einer Zunahme des antarktischen Meereises von etwa 1,7% pro Jahrzehnt seit 1979.» Laut Dr. Massom sind die Ursachen für die Veränderung und die Variabilität der Meereisausdehnung derzeit unklar. «Komplexe Wechselwirkungen und Rückkopplungen zwischen Eis, Atmosphäre und Ozean spielen eine Rolle, und diese variieren je nach Jahreszeit und Region», sagte Dr. Massom. «Angesichts der Bedeutung des Meereises im Klimasystem Erde und der Notwendigkeit einer verbesserten Meereisvorhersage ist es wichtig, die Prozesse zu verstehen, die die Variabilität des Meereises und Veränderungen im Südpolarmeer um die Antarktis verursachen. Dies ist eine echte Herausforderung für die Polar- und Klimaforschung.»

Australiens Eisbrecher Aurora Australis parkt im Meereis in der Nähe der Davis-Forschungsstation (Foto: Kristin Raw)
Australiens Eisbrecher Aurora Australis parkt im Meereis in der Nähe der Davis-Forschungsstation (Foto: Kristin Raw)

Quelle: Australian Antarctic Division