Kaiserpinguine gelten als die Ikonen der Antarktis. Keine andere Pinguinart bewegt so stark wie diese grösste Pinguinart, nicht zuletzt dank der speziellen Färbung. Der schwarze Rücken und der weisse Bauch sind herausragend und dienen gerade unter Wasser der Tarnung, der farbige Bereich wahrscheinlich der individuellen Erkennung. Diese schwarz-weiss Färbung ist charakteristisch für Pinguine. Da erscheint eine Abweichung besonders eigentümlich, vor allem eine komplett schwarze Färbung. Genau diese hat ein Filmteam der BBC bei der Erstellung einer Folge für die Hit-Serie «Dynasties» entdeckt.

Die grösste Pinguinart, Kaiserpinguine, brüten auf dem Festeis rund um den antarktischen Kontinent in insgesamt 46 Kolonien. Von allen Pinguinarten weisen sie die extremste Lebensweise auf, da sie ihr Brutgeschäft bereits vor dem Winter beginnen. Bild: Michael Wenger
Die grösste Pinguinart, Kaiserpinguine, brüten auf dem Festeis rund um den antarktischen Kontinent in insgesamt 46 Kolonien. Von allen Pinguinarten weisen sie die extremste Lebensweise auf, da sie ihr Brutgeschäft bereits vor dem Winter beginnen. Bild: Michael Wenger

Filmteams für Naturdokumentationen sind immer wieder auf der Suche nach besonderen Motiven und seltenen Geschichten. Doch was eine Crew der BBC in einer Kolonie von Kaiserpinguinen entdeckt hat, dürfte auch diese überrascht haben: Ein praktisch komplett schwarzer Kaiserpinguin. Das erwachsene Tier marschierte geradewegs an den Filmern vorbei und schien, wie die anderen Tiere, die Filmcrew nicht wahrzunehmen. Praktisch alle Teile, die normalerweise bei einem Kaiserpinguin weiss bzw. hell sind (Bauch, Flügelunterseiten, Ohrfleck), sind bei dem Tier schwarz. Einzig einige weisse Flecken an Flügel und Bauch sind zu sehen. Auch der markante bunte Ohrfleck an der Seite war dunkler und nicht so leuchtend wie bei den übrigen Pinguinen. Ansonsten entspricht das Tier einem ganz normalen Kaiserpinguin. Auch die untere Hälfte des Schnabels ist ganz normal gefärbt. Dieser Teil ist auch wichtig, dient er doch wahrscheinlich der individuellen Erkennung.

Das Bild zeigt den schwarzen Kaiserpinguin mitten in seinen Artgenossen. Sein schwarzes Gefieder ist nur von einige weissen Flecken unterbrochen. Ansonsten scheint das Tier ganz normal einem Kaiserpinguin zu entsprechen. Bild: Youtube / BBC
Das Bild zeigt den schwarzen Kaiserpinguin mitten in seinen Artgenossen. Sein schwarzes Gefieder ist nur von einige weissen Flecken unterbrochen. Ansonsten scheint das Tier ganz normal einem Kaiserpinguin zu entsprechen. Bild: Youtube / BBC

Die schwarze Färbung rührt von einer genetischen Mutation, Melanismus, her. Dabei werden mehr Melanine, ein schwarzes Pigment, im Körper produziert, auch in den Bereichen, die normalerweise eigentlich hell sein sollten. Die Mutation kann vererbt werden, ist jedoch rezessiv, was bedeutet, dass es nur auftreten kann, wenn die Information von beiden Elternteilen an das Junge übergeben worden war und dort sozusagen reinerbig vorliegt. Es ist jedoch nicht ganz geklärt für Pinguine, unser Wissen über Färbungen stammt vor allem aus der Haustierzucht. Als Gegenteil kennt die Wissenschaft den Leuzismus und die extreme Form, den Albinismus, bei denen die Farbpigmente teilweise oder ganz fehlen. Melanismus ist eine sehr seltene genetische Mutation und ist innerhalb der Pinguine vor allem bei Adélie-, Zügel-, Esels- und Königspinguinen bekannt gewesen. Doch Forscher gehen davon aus, dass allein ein partieller Melanismus, also nur eine teilweise Schwarzfärbung, bereits eine Chance von bis zu 1 : 250 Millionen aufweist. Ein praktisch kompletter Melanismus dürfte als noch seltener sein. Daher ist die Frage, die BBC zu Beginn der Aufnahmen im Film dann zeigt: «Ist dies der seltenste Pinguin der Welt?» durchaus berechtigt. Scheinbar ist die Mutation für die Tiere nicht schädlich, da viele das Erwachsenenstadium erreichen und sich auch erfolgreich fortpflanzen können. Auch dieser Kaiserpinguin scheint wohlgenährt und gesund zu sein. Ob die besondere Färbung die Chancen beim anderen Geschlecht erhöhen, ist aber nicht bekannt.

Häufiger als Melanismus tritt Leuzismus bei Pinguinen auf, besonders bei Adélie- und Eselspinguinen. Dabei werden in die Federn weniger Melanin eingelagert als normal und die Tiere erscheinen blond. Bild: Michael Wenger
Häufiger als Melanismus tritt Leuzismus bei Pinguinen auf, besonders bei Adélie- und Eselspinguinen. Dabei werden in die Federn weniger Melanin eingelagert als normal und die Tiere erscheinen blond. Bild: Michael Wenger

Quelle: BBC, iflscience.com